Mediterraner Frühling - Streifzüge in Südeuropa

Christoph Robiller berichtet in seiner naturfotografischen Reportage über Erlebnisse und Beobachtungen in vier verschiedenen Gebieten Südeuropas: Von der zweitgrößten Mittelmeerinsel Sardinien im Tyrrhenischen Meer nimmt der Naturfotograf die Besucher mit auf eine Reise über die Camargue, die Pyrenäen bis in die Extremadura, eines der trockensten Gebiete Europas.

Der farbenprächtige mediterrane Frühling beginnt auf Sardinien mit seinen prachtvollen Orchideen. Warmes Mittelmeerklima und die Buschlandschaften mit guten Verstecken sowie mit Steinen durchsetzte Trockenhänge stellen optimale Bedingungen für zahlreiche Amphibien und Reptilien dar. Im Frühling ertönt nach Sonnenuntergang aus den Tümpeln, Weihern und Flussrändern das typische Konzert der Tyrrhenischen Laubfrösche. In bizarren Höhlen leben Fledermäuse und Höhlensalamander, halbwilde Pferde streifen über die Giara di Gesturi. Die Camargue, ein Gebiet in Süd-Frankreich zwischen den beiden Mündungsarmen der Rhône, weist eine reichhaltige Avifauna auf und hat besondere Bedeutung für den Vogelzug. Der Teil des Vortrags gibt einen Überblick über die Vogelwelt der Camargue im zeitigen Frühling und geht auf den Charaktervogel des Rhone-Deltas, den Rosaflamingo, ein. Auf Robillers Exkursionen in den Pyrenäen faszinierte ihn immer wieder der imposante und außergewöhnlich große Bartgeier. Seine auffallende Erscheinung und das charakteristische Flugbild machen „el quebrantahuesos“, wie er im spanischen genannt wird, zu einer einmaligen Vogelgestalt des Hochgebirges. Mit seinen langen und spitz zulaufenden Flügeln segelt er um Berggipfel oder gaukelt an Felswänden entlang. Beim Wandern durch die Pyrenäen fällt dem Naturfreund der Wasserreichtum dieser Landschaft und die Vielzahl der Wasserfälle auf. Mit etwas Glück findet man den Pyrenäenfrosch (Rana pyrenaica) - einen mittelgroßen Braunfrosch, der erst 1993 entdeckt wurde. Die Extremadura, das wildeste und ursprünglichste Gebiet Südwesteuropas, strahlt seine Anziehungskraft in mehrfacher Hinsicht aus: Extensiv genutzte Kork- und Steineichenhaine, wirbeltierreichstes Gebiet Europas, sehr hohe Dichte großer Greifvögel, weite vielfältige Naturräume, Region alter Kulturen und eine niedrige Bevölkerungsdichte mit nur 25 Einwohnern pro Quadratkilometer. Das sind nur einige Merkmale der über Jahrhunderte langsam gewachsenen Kulturlandschaft. Die biologische Bedeutung besteht aber nicht nur für die in Spanien heimischen Pflanzen und Tiere. Für zahlreiche Vögel ist die Extremadura ein wichtiges Überwinterungsgebiet oder eine Zwischenstation auf dem Zug nach Afrika.

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